Riesling ist nicht automatisch süß

Riesling ist nicht automatisch süß
Riesling und süß – diese Verbindung sitzt bei vielen ziemlich fest im Kopf.
Dabei stimmt sie so gar nicht.
Riesling kann knochentrocken, feinherb, fruchtsüß oder edelsüß sein.
Die Rebsorte selbst sagt also nicht automatisch etwas darüber aus, wie süß der fertige Wein schmeckt.
Woher kommt der Eindruck?
Riesling hat oft sehr klare Fruchtaromen.
Zum Beispiel:
- Zitrus
- grüner Apfel
- Pfirsich
- Aprikose
- manchmal auch florale Noten
Diese Frucht kann im Kopf schnell mit Süße verbunden werden.
Ein Riesling kann also sehr fruchtig riechen und schmecken – und trotzdem trocken ausgebaut sein.
Die Säure spielt eine große Rolle
Riesling ist außerdem für seine meist recht lebendige Säure bekannt.
Und genau die verändert unsere Wahrnehmung ziemlich stark.
Ein Wein mit etwas Restzucker kann durch viel Säure erstaunlich frisch und straff wirken.
Umgekehrt kann ein trockener Riesling durch reife Frucht trotzdem weich und saftig erscheinen.
Deshalb lohnt es sich, bei Riesling nicht nur auf das Wort „trocken“ oder „süß“ zu schauen.
Riesling kann viele Gesichter haben
Je nach Herkunft, Jahrgang und Ausbau kann Riesling ganz unterschiedlich wirken.
Mal leicht und zitrisch.
Mal saftig mit Pfirsich und Aprikose.
Mal sehr mineralisch und straff.
Und ja – manchmal auch wunderbar süß.
Genau diese Vielseitigkeit macht Riesling so spannend.
Mein Tipp
Wenn du bisher dachtest:
„Riesling ist mir zu süß“,
dann gib ihm ruhig noch eine Chance.
Such dir einmal bewusst einen trockenen Riesling und achte darauf, wie viel Frische und Frucht trotzdem drinstecken kann.
Vielleicht überrascht er dich.
Deine Sophie